Mittwoch, 1. August 2012

Von der Asche ins heiße Wasser

Vom 27. bis zum 29. ist in Beppu - der Stadt der Onsen - ein Sommerfestival, das wir uns ansehen möchten. Da wir am 25. Kyoto verlassen wollen, müssen wir zwei Nächte überbrücken und reservieren daher 2 Nächte in Fukuoka. Seltalsamerweise bekommen wie aber keine Bestätigung zugesandt. An nächsten Tag hocken wir uns mal wieder in den Shinkansen weiter Richtung Süden nach Kyushu. Da noch immer keine Bestätigung gekommen ist, wir daher vermutlich sowieso kein fixes Zimmer haben und die Endstation des Zuges Kagoshima ist, beschließen wir kurzerhand ans untere Ende von Kyushu zu fahren und Kagoshima einen Besuch abzustatten.

Das ist, wie sich herausstellt auch eine hervorragende Idee, denn wir werden dort von einem Ascheregen empfangen. Ein naheliegender Vulkan hatte dort nämlich gerade einen kleinen Hustenanfall und bedeckt Kagoshima nun mit grauem Staub. Wir haben aber nicht nur Schwein mit diesem seltenen Ereignis (2 mal im Jahr lassen wir uns sagen), sondern auch mit der Unterkunft. Am Infoschalter gibt man uns nämlich einen Flyer für ein 15 EUR Hostel. Schwierig gestaltet sich allerdings das Finden desselben.

Alex und ich lassen, nachdem wir alle einige Zeit durch die Stadt geirrt sind am Bauhof zurück und machen und mit leichtem Gepäck auf den Weg. Mit Taschentüchern vorm Mund - unangenehme Sache so ein Ascheregen - suchen wir vergeblich und fragen irgendwann eine nett aussehende Dame vor einem Restaurant/Hotel (?) ob sie weiß wo wir das Hostel finden können. Wir werden daraufhin hineingebeten und in einen traditionell aussehenden Tatamimattenraum gesetzt. Während die  ältere Dame herumtelefoniert um den Weg zu erfragen serviert uns ihre Tochter einen Tee und zeigt uns dann auf einer selbstgezeichneten Karte wohin wir genau müssen. Ja, diese Gastfreundschaft ist wirklich toll hier :) Die Unterkunft ist dann auch sehr fein, wir schauen uns noch ein wenig in der, vom Vulkan völlig vera(r)schten Umgebung um und Essen etwas (Sashimi :) bevor wir uns aufs Ohr hauen.

Am 26. wollen wir an den Strand. Der näheste ist angeblich Zentimeterdick mit Asche bedeckt, deshalb fahren wir mit dem Zug noch weiter in den Süden nach Ibusuki, eine Gegend bekannt für seine Meeronsen und Sandbäder am Strand. Nach einer 1,5 stündigen Zugfahrt - die Zeit verkürzen wir uns mit Gesprächen mit Einheimischen - durch eine schöne, mehr oder weniger ländliche Gegend (was für ein Genuss nach Tokyo und Kyoto) kommen wir in einem praktisch ausgestorbenen Städtchen an. Am Infoschalter erklärt man uns, das man hier an der Küste nicht Baden kann, nur weiter vorn in einem Hotelkomplex wäre das möglich. Wir wollen uns davon selbst überzeugen und spazieren am Meer entlang Richtung Hotel. Das sich dort befindliche Freibad im Honululu-style wird nach einer kurzen Diskussion mit meinen Mitreisenden doch nicht besucht, wir gehen lieber an den angrenzenden winzigen, nicht sehr gepflegten Strand und schmeißen uns dort ins Wasser. Interessant ist, das an manchen Stellen, wenige Zentimeter unter Grund der Sand brennheiß wird ... kurios. Am späten Nachmittag nehmen wir den Zug zurück nach Kagoshima, wo wir Willi, den wir am Vortag in Kyoto zurückgelassen haben wieder treffen, mit einer Franzosin, die die Mädels im Zimmer liegen haben Essen gehen und gehen, als krönender Abschluss, in unseren 3 Personen Privatzimmern pennen.

Der nächste Tag ist eigentlich wieder ein Reisetag ... nach Beppu. Uns wird allerdings von einem Malaysianer die Besichtigung der Vulkaninsel ans Herz gelegt. Darum geht's am Vormittag noch mit der Fähre hinüber und mit dem Bus (aus Zeitmangel) wird eine kleine Rundfahrt durch eine komplett staubige, graue Gegend gemacht. Kaum zu glauben, dass hier auch Menschen wohnen. Am frühen Nachmittag geht's dann mit dem Schiff wieder zurück und auf die umständliche Fährt nach Beppu.

So um 6 kommen wir erschöpft in der qualmenden Stadt an und finden auch gleich unsere neue Unterkunft. Wir Jungs teilen uns einen 6 Mann-Schlafraum mit einem alten Japaner. Am Abend machen wir uns noch auf in die Stadt zum Festival. Auf der Hauptstraße tummeln sich, in den Duftwolken dutzender Essensstände und im Geplerre der Marktschreier, massenweise Japaner/innen, vor allem das weibliche Geschlecht im traditionellen Gewand. Nachdem wir uns ein paar Mal auf und ab gekämpft und hier und da etwas gekostet haben besuchen wir noch einen der zahlreichen Onsen in dieser Gegend. Um 100 Yen und 43 Grad heißem Wasser sammeln wir erste Erfahrungen mit der japanischen Badekultur. Zurück in der Unterkunft entdecke ich im Gemeinschaftsraum ein Go-Brett, das Roman und ich gleich mit ein paar spielen einweihen. Wir schaffen es sogar zwei unserer Mitreisenden (Alex und Willi) mit dem Go-Virus zu infizieren und so wird der Abend - um halb 3 übermannt uns der Schlaf - über dem Go-Brett verbracht. Dem entsprechend spät beginnt für uns auch der nächste Tag, der wieder mit ein paar Go-Partien begonnen wird. Auch die anderen grellen sich wieder zu mir und Roman. Am frühen Nachmittag treibt ins der Hunger dann doch hinaus und es wird ein Bento erbeutet, das in der Herberge verzehrt wird. Der Nachmitag und Abend wird dann mit Faulenzen, Internet surfen, dem Erlernen von Kartentricks, Konversation mit 2 Japanerinnen, die wohl ihr Englisch trainieren wollen und einer interessanten Rengo-Partie verbracht. Der Sonntag wird dann wieder für Sightseeing genutzt. Ziel sind die 8 Teufels-Onsen von Beppu, heiße Quellen (80 Grad plus) in denen zwar nicht gebadet werden kann, die aber in allerlei Farb und Form blubbern. An dem besonders heißen und schwülen Tag ist diese Besichtigungstour ganz schön anstrengend. Rund um die Teufelsonsen werden über heißem Wasserdampf Eier und Maiskolben gekocht, der Appetit auf diese hält sich allerdings auf Grund des allgegenwärtigen Schwefelgeruches, der über jeder diese heißen Quellen hängt allerdings in Grenzen. Danach fahren wir mit dem Bus noch ein paar Stationen, essen etwas und besuchen einen Freiluftonsen am oberen Ende eines kleinen Dorfes. Im hellblauen Wasser, unter freiem Himmel und wunderbarer Sicht hinunter auf das mit Strohhüttenonsen gespickte Tal relaxen wir eine Stunde, bevor wir wieder zurück in unsere Unterkunft fahren. Gerade rechtzeitig kommen wir zurück und machen uns, nach einer kurzen Rast auf zum Strand, wo um 8 ein Feuerwerk gezündet wird. Ein einstündiges Spektakel wurde uns prophezeit und genau das wird uns auch geboten. Unterbrochen von kurzem geplappe wird ein Feuerwerk nach dem anderen losgelassen. Vor allem die Halbzeitshow und das finden.als sind der Wahnsinn. So etwas hab ich noch nie gesehen. Der ganze Himmel ist ein goldener Funkenregen und am ganzen Körper fühlt man die Explosionen ... Wow. Einziger Wermutstropfen: der Akku meiner Kamera ist gerade leer und ich kann jeweils nur 2 Sekunden Clips aufnehmen, bevor sie sich immer wieder ausschaltet. Nachdem das Feuerwerk zu Ende ist, endet auch das Festival, die Verkaufstände räumen zusammen und der Strand wird gesäubert ... ziemlich fleißig dieses Völkchen. Damit ist unser Besuch in Beppu auch beendet und am nächsten Tag geht's weiter nach Shikoku.

Dazu aber ein andermal mehr, schöne Grüße nach Hause und bis bald, David





6 Kommentare:

  1. schöne grüße von daheim - alles gut hier - nur wallbitch funktioniert nicht - MACH WAS !
    bussi - b

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  2. Mann ... ich bin in Japan und zu 98% mit meinem Handy im Netz ... ich bin kein Zauberer. Mit wallbitch.at.gg musst dich noch gedulden. Sorry.

    Lg
    David

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  3. du ei - ich bin enttäuscht und traurig! - du bist unser schwächstes kind - ich glaube, du hast mich nicht lieb.
    salü b und t

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  4. was zur hölle ist wallbitch?

    wird der sand heiß, aufgrund des vulkans?

    ein bild von dir, wow, nur schaut es genauso aus, würde man ein foto in wien machen!

    lg Johannes

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    1. wallbitch ist eine Internetseite von mir.

      kA warum der Sand heiß wird, aber ich glaub wegen heißen Quellen ...

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    2. aja, ich erinnere mich … bitch

      sag ich ja

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