Mittwoch, 25. Juli 2012

5 Tage Kyoto

Mit etwas Verspätung kommt die Couchsurferin am ausgemachten Treffpunkt an (hab schon begonnenen mir Sorgen zu machen). Gemeinsam gehen wir dann ca ne viertel Stunde durch Kyoto zu ihrer Wohnung. Die besteht gerade mal aus einem Zimmer, in das sich gerade eine ausziehbare Couch, ein Fernsehtischchen, ein kleines Regal und ein Futon ausgehen. Angeschlossen sind ein winziges Bad und eine winzige Küche. Da mein Host super viel arbeitet (3 Part-Time-Jobs vom 8am bis 11pm) bekomm ich einen eigenen Schlüssel und kann somit kommen und gehen wann ich will. Sie ist supermüde, lang unterhalten wir uns daher nicht mehr, bevor um ca 1 Uhr Schlafenszeit ist.

Am nächsten Morgen (meine Mitbewohnerin ist schon lang wieder arbeiten) treff ich mich mit meinen Mitreisenden und wir machen uns, durch das zu Beginn undurchschaubar erscheinende Busnetz Kyotos, auf den Weg zum <i>Goldenen Tempel</i>. Dieser befindet sich inmitten eines wunderschönen japanischen Gartens, der sich echt sehen lasse kann. In Begleitung von hunderttausend anderen Touristen gehen wir den vorgesehenen Weg ab, werfen Glücks-Münzen und bestaunen den Tempel. Nachdem das abgehakt ist, geht's gleich weiter mit dem Bus ... in die falsche Richtung und dann zum Nijo-Castle, der Herberge des Shoguns während seines Aufenthalts in Kyoto. Vom Regen überrascht schaffen wir es dann doch noch halbwegs trocken zum Eingang, besorgen uns einen Audioguide, der uns mit wenigen interessanten Informationen versorgt, und machen uns ans Besichtigen. Der alte japanische Baustil gefällt mir sehr. Die Innenräume sind alle mit Tatamimatten ausgelegt, die Schiebewände künstlerisch verziert. Lustiges Detail sind die quietschenden Dielen, die extra so konstruiert wurden, um ein Herum- bzw. Anschleichen unmöglich zu machen. Am Abend wird noch die Einkaufsstraße Terramachi und sämtliche darin befindlichen Arcades unsicher gemacht, die 100 Yen Münzen rieseln uns durch die Finger. Auf den Heimweg mach ich mich um halb 11, alleine, und treffe beim Versuch in überaus holprigem Japanisch (und mit der Bezeichnung übertreibe ihr bereits maßlos) nach dem Weg zu fragen, auf einen unter einer Million Japanern, der mir in perfektem Englisch weiterhelfen kann.

Meine Mitbewohnerin kommt noch später als ich zurück nach Hause und ist so erledigt, dass sie vor dem eingeschaltenen Fernseher einschläft. Ich will sie nicht wecken und versuche bei japanischem Fernsehgeplerre, das ich, so gut es geht, mit Musik aus meinem Mp3-Player zu übertönen probiere, einzuschlafen. Was für eine anstrengende Nacht!

Am nächsten Tag will ich die anderen bei meiner Station (Nijo) treffen. Als ich dort ankomme spielt gerade ein Schulorchester auf, ein anderes marschiert im Kreis und ein drittes ist aus der Ferne zu hören. Am Inari-Schrein ist dieser Tage ein Festival, das wir uns nicht entgehen lassen wollen. Mit der Bahn sind wir gleich dort und am Fusse eines kleinen Berges/Hügles finden sich jede Mänge Ständchen, die Kulinarisches, jegliche Art Souvenirs und sonstigen Kleinkram anbieten. Dahinter befindet sich der Shinto-Tempel. Auf den Berg hinauf gehen wir dann durch uunzählige orangrote Torii-Tore, die uns immer wieder an "spirituellen Waschanlagen", kleinen Schreinen und Raststationen vorbeiführen. Ganz oben werden wir mit ner netten Aussicht und überteuerten Getränken belohnt. Der Ausflug dauert dank unseres atemberaubenden Tempos den ganzen Tag. Den Abend verbringen wir mit der obligatorischen Lokalsuche und Shoppingtour.

Am Montag gehts ab nach Himeji um dort die berühmte Burg zu besuchen. Schon am Bahnhof, als wir nach der Verbindung fragen, werden wir gewarnt, dass die Burg grad restauriert wird und daher verdeckt ist. Wir müssen trotzdem hin, schließlich wurde sie mir wärmstens ans Herz gelegt. In Himeji ist es noch ein bisschen heißer und schwüler, als in Kyoto (kaum zu glauben, dass das überhaupt möglich ist) und wir schützen uns vor der Mittagshitze in Souvenirläden und beim Mittagessen. Die Burg, die eigentlich über der Stadt tront, ist leider wirklich fast vollkommen verhüllt, die Burganlage selbst aber trotzdem schön zu besichtigen. Wir werden sogar mit dem Aufzug außen an der Festung hinaufgefahren. 2015 sollen die Arbeiten fertig gestellt sein, da werden wir wohl wieder nach Japan schauen müssen. Mit dem Shinkansen gehts in unglaublicher Geschwindigkeit wieder zurück nach Kyoto, dort wird noch was gegessen, ein bisschen über die kommende Destination diskutiert und damit ist der Tag auch schon wieder um.

Dienstag ist der Tag der coolen Japaner. Zuerst machen wir uns auf zum Philosophenweg, soll ein netter Spaziergang sein, werden aber schon ganz zu Beginn von einem alten Japaner auf dem Fahrrad angesprochen: "May I speak?" Das erlauben wir ihm nach mehrmaligem nachfragen auch und bekommen daraufhin den Tipp doch lieber abzubiegen und einen japanischen Garten zu besuchen, der keinen Eintritt verlangt. Wir folgen den Richtungsangaben und finden tatsächlich hin. Das entdeckte kleine Klösterchen in wunderbarer Natur und mit angeschlossenem Friedhof ist ein toller touristenloser Geheimtipp. Nach dem Mittagessen (ich esse mein erstes Udon) geht's erneuten ab in die Einkaufsstrasse, in der wir Alex in einer Arcade und die Mädels beim shoppen verlieren. Als wir (wir sind nur noch zu dritt) dann zurück in die Unterkunft wollen ist gerade irgendein Spektakel auf der Hauptstraße am Laufen weshalb kein Bus fährt. Als Roman ein japanisches Pärchen (Yosuke und Nana wie wir später erfahren) fragt, wie wir denn jetzt zum Hauptbahnhof zurückkommen, werden wir kurzerhand auf eine Taxifahrt eingeladen, die wir widerwillig annehmen (das Paar muss sich sogar aufsplitten weil wir zu 5t nicht in ein Taxi passen). Am Bahnhof angekommen wollen wir uns bedanken und die beiden auf einen Kaffee einladen. Gemeinsam hocken wir uns also in ein Lokal und zu unserem Entsetzen wird uns dort klar gemacht, dass nicht wir, sondern die beiden erneut zahlen wollen. Nach langem hin und her, geben wir uns geschlagen und unterhalten uns so gut es geht in einem Mix aus gebrochenem Japanisch und schlechtem Englisch mit den beiden (Romans Japanischkenntnisse reissen uns echt raus). Das Paar ist nämlich selbst nicht aus Kyoto, sondern aus Osaka und zum Einkaufen hier. Nach mehreren Stunden in denen die beiden noch versuchen uns bei der Reiseplanung der nächsten Tage zu unterstützen, werden E-mail Adressen und Skype Namen ausgetauscht und ausgemacht, am Ende unserer Reise noch in Osaka vorbeizuschauen. Sprachlos über die Gastfreundshaft in diesem Land treten wir den Heimweg in die Herberge an. Dort wird noch für den nächsten Tag in Fukuoka (Kyuushu) eine Herberge gebucht, bevor ich mich zum letzten Mal auf den Weg zu meiner Couch mache.

So genug für heute. Bis bald, ich hoffe daheim geht's allen gut,

David




Donnerstag, 19. Juli 2012

Tokyo und ab nach Kyoto

Nach 4 Tagen Tokyo haben wir jetzt genug von all dem Trubel und machen uns heute auf den Weg nach Kyoto. Viel haben wir in den letzten Tagen erlebt, auch dank des tollen Hostels in dem wir untergekommen sind.

Dieses ist nämlich, so wie es scheint ein Treffpunkt junger, internationaler Reisender. Unser Zimmergenosse Dave kommt aus Kanada und ist schon ein bisschen länger hier. Von ihm bekommt man interessante Tips und zusammen erkunden wir Shinjuku und Shibuya. Mit Dave, 2 Dänen, einer Brasilianerin (Liz ist im selben Zimmer wie die Mädchen und hat uns am Vormittag bei unserem Ausflug begleitet), einem Deutschen (Ralph ist hier mit der Deutschen  Ultimatefrisbee-Mannschaft) und einem Norweger geht's am 2ten Abend gleich mal Karaoke singen (das muss man in Japan mal gemacht haben :). Mit etwas Bier ist das dann auch wirklich ein Heidenspass und ein gelungener Abend.

Der ganze nächste Tag wird damit verbracht die große Buddhastatue, eine Stahlmonstrosität in einem Städtchen/Stadteilchen in der Nähe von Tokyo, zu besuchen. Die Zugfahrt dauert ca. 1,5 Stunden, bis wir schließlich in einer Stadt ankommen, die uns "Animenerds" allen etwas bekannt vorkommt (sehr amüsant einmal live zu erleben, was man sonst nur gezeichnet am Bildschirm sieht). Über einen laaaaangen Umweg entlang eines von Einheimischen bevölkerten Strand und durch diverse 100 Yen Shops kommen wir endlich zur Buddhastatue, die mitten in einem netten kleinen Park sitzt. Beeindruckend aber das durch die Stadt schlendern und lokale Köstlichkeiten verkosten ist das eigentliche Highlight. Ich entdecke bei dem Ausflug auch meine Begeisterung für Onigiri (so ne Art Reisbällchen, bitte googeln ;) ... eine geniale Alternative zur österreichischen Wurstsemmel. Bei unserer Herberge kommen wir erst am Abend wieder an. Alex (er und Willi sind im Hotels geblieben) geht an diesem Abend mit der internationalen Truppe nach Roppongi fort, wir anderen sind zu müde dafür und besuchen noch eine Aarcade um mal Pachinko auszuprobieren ... was für ein langweiliges Spiel! Der Lärm drinnen ist kaum zu ertragen, aber die schier unendliche Auswahl an Spielen und sonstigen Slot-Machines ist faszinierend.

Am letzten Tag in Tokyo essen wir Yakiniku. Das ist gegrilltes Fleisch das man sich selbst am Tisch zubereitet :). Dannach schauen Roman und ich noch zum Nihon-Kiin (Go Zentrum). Für österreichische Verhältnisse findet man dort unglaublich viele Spieler, der Altersdurchschnitt liegt aber bei geschätzten 85 Jahren. Wir spielen nicht, schauen uns aber von oben bis unten jeden Stock an. Ich freue mich jedes mal, wenn ich bekannte Szenerien finde. Zu guter letzt wird in Akihabara noch ein Maidcafe besucht, eine äusserst kuriose Angelegenheit und schweineteuer, aber wie oft hat man schon die Gelegenheit?

Heute geht's ab nach Kyoto. Der 21 Tage Rail-Pass ist endlich eingelöst, ab jetzt wird das Ortwechseln etwas billiger. Der Shinkansen brettert mit über 200 durch die Gegend, und mit der Beinfreiheit kommt man sich vor wie erste Klasse :) Klasse! Nach ca. 2,5 Stünden sind wie schon in Kyoto und gehen gleich ins Hostel. Ich werd mich dann um 11 mit meiner Couchsurferin treffen. Bin schon gespannt wie das wird.

Bis bald,

David



Montag, 16. Juli 2012

Angekommen in der größten Stadt der Welt

Nach einem 2 stündigen Flug nach Moskau verbringen wir mal 3 Stunden am Flughafen. Danach geht's weiter in ein Flugzeug dessen Entertainmentsystem nichts zu wünschen übrig lässt. Während des Fluges komm ich leider kaum zu schlafen. Am Narita-Airport angekommen werden mal Schlangen angestanden und die Einreiseformulare ausgefüllt befor wir dann endlich offiziell in Japan angekommen sind (ich war der erste ;).

Am Flughafen finden wir dann auch gleich den Zug der uns in die Stadt bringt (1,5 Stunden), dann geht's mit der U-Bahn weiter zum Hostel. Das ist dann auch extrem ... kuschelig und international. Um 15 EUR die Nacht sind wir in "Kapseln" untergebracht, aber wenigstens klimatisiert, denn die Hitze hier ist Dehli-like. Total übermüdet gehts dann um 5 Uhr Ortszeit gleich mal nach Akihabara (dem Anime und Manga Nerdzentrum). Ein wirklich unglaubliches Lichtermeer mit Cosplayern, riesigen Plakaten, Bannern und mehrstöckigen Shops, in denen nur Manga verkauft werden, oder Anime Figuren oder Pornos, je nachdem wonach einem gerade ist. Leider macht mein Bauch komische Sachen und ich kann den Ausflug, auch auf Grund meiner, nach 28 Stunde fast schon ohnmächtiger Müdigkeitl, nicht wirklich genießen. Willi (einer meiner Mitreisenden) und ich machen uns schon vor den anderen auf den Heimweg und ich sinke bewusstlos in mein "Gemach". Die Nacht ist dann, gelegentlich aufgeweckt, aber gemütlicher verbracht als vermutet.

Heut wird weiter Tokyo unsicher gemacht. Bin schon gespannt was uns alles über den Weg läuft :)

Grüße an alle, bis bald,

David



Freitag, 13. Juli 2012

Vorbereitungen

Weils bis jetzt immer so geschickt war, wird auch diesmal ein Blog geschrieben. Über Kommentare freu ich mich natürlich. Der erste Eintrag wird gleich einmal mit meinem neuen Telefon verfasst, mit dem ich bei dieser Reise auch n paar Bilder hochladen kann (ja Andi, es ist endlich so weit ;)

Soooooo genug Werbung für heute ... übermorgen geht's auf nach Japan für ein Monat :) und heute konnte ich mich endlich dazu durchringen mit dem Packen zu beginnen. Unterwegs bin ich mit 3 Schulkollegen und 3 Bekannten von ihnen. 7 Leute , durchaus eine große Gruppe, bin schon gespannt wie das wird.  Das meiste ist jetzt jedenfalls zusammengerichtet, mal sehen ob der Rucksack da mitmacht. Ganz am Ende noch n Bildchen, nachträglich bearbeitet, damit die schlechte Qualität nicht so auffällt ;)

Bis bald,

David